Unsere Anfänge
 

 

Am Anfang war es nur die Überlegung, wie schaffen wir mehr Beweglichkeit in der Familie? Beweglichkeit ist hier zu verstehen als ein Problem, das viele Familien mit Kindern haben, wenn der Haupternährer gleichzeitig auch der Hauptnutzer des Familienautos ist und dieses immer dann braucht, wenn auch der Einkauf und der Kindertransport notwendig sind.

Ein Zweitwagen belastet den Familienetat doch zu sehr und man fragt nach Alternativen.

Plötzlich erinnert man sich, dass man doch in der Jugend so ein Gerät mit Motor und zwei Rädern gefahren hat. Ob man das noch einmal versucht? Es wird überlegt und dann fällt die Entscheidung, dass ein Roller eigentlich das richtige Fahrzeug wäre. Bietet so ein Roller doch neben der Personenbeförderung noch die Möglichkeiten, auch kleinere Einkäufe transportieren zu können. Zudem sitzt man auch noch recht geschützt vor den Unbilden unserer nicht immer sonnigen und trockenen Witterung. Die Entscheidung ist gefallen und ein Roller wird angeschafft. Der Einstieg ist geschafft und die Transportprobleme sind gelöst.

Eines Tages, mittlerweile liest man auch schon einmal eine entsprechende Fachzeitschrift, findet sich ein Bericht über ein Rollertreffen in Rüdesheim. Ob man so etwas vielleicht .......? Man möchte schon, aber alleine? Ein Zufall bringt Hilfe sprich Gleichgesinnte. Noch jemand, der auch überlegt hat, so etwas doch einmal zu machen. Schnell ist die Entscheidung gefallen: Wir fahren nach Rüdesheim! Der Leser merkt vielleicht langsam, dass aus der anfänglichen Not eine Tugend (Untugend?) zu werden beginnt. Die Fahrt nach Rüdesheim jedenfalls ist ein voller Erfolg, öffnet sie doch ganz andere Dimensionen des Rollerfahrens als es bisher die reinen Arbeitsfahrten waren. Man trifft eine Menge gleichgesinnter/verrückter Leute und der Virus findet reichlich Nährboden. Eines steht schon fest: Nächstes Jahr fahren wir wieder zum Rollertreffen! Bislang handelt es sich nur um eine lose Verbindung von drei Leuten. So geschehen im Jahre 1997.

Ein Jahr später wird daraus allerdings eine typisch deutsche Erscheinung, nämlich ein Club. Nicht ganz freiwillig, denn es ist ein Internationales Vespatreffen in Groningen als Ziel ausgewählt worden. Nun will aber die Oberorganisation der Vespafreunde keine "Unbekannten" auf ihrem Treffen zulassen, sondern es können sich nur Clubs oder Vereine anmelden, die auch Mitglied der Organisation sind. Hin will man da und somit ergibt sich eigentlich zwangsläufig, dass es zu einer Clubgründung kommt. Schnell werden noch ein paar Freunde und potentielle Rollerfahrer angesprochen und schon hat man die erforderliche Anzahl Leute für eine Clubgründung zusammen. Rechtzeitig bis Meldeschluss wird der Club bestätigt und man kann nun in Groningen neben vielen, vielen anderen mit dabeisein. Bei der Namensgebung wollte man deutlich machen, aus welcher Gegend man kommt und somit entstanden die "Rollerfreunde, Die Wattwürmer".

Die Bezeichnung Rollerfreunde wurde bewusst gewählt, um nicht nur Fahrzeuge einer Marke zuzulassen.

Wie der Leser sicher richtig vermutet, handelte es sich zu Beginn um Familienväter mit dem Drang nach Freiheit und Abenteuer (übrigens wohnt ein Gründungsmitglied in Schleswig).

Durch einen Artikel im Nordlicht im Mai 1999 kamen einige weitere begeisterte Rollerfahrer hinzu und das Clubleben entwickelte sich weiter. Heute zählt der Club über 25 aktive Mitglieder mit Fahrzeugen von 50ccm bis 400ccm und verschiedenen Marken, wobei die gefahrene Kilometerleistung von etwa 1.500km bis ca. 19.000km (nur die Harten kommen in den Garten) pro Jahr schwankt). Das Alter der Mitglieder liegt zwischen 18 und 73 Jahren. Fast keiner ist zu jung und niemand ist zu alt. Das Geschlecht spielt sowieso keine Rolle.


Heiko - Wurm (gest. 28.02.2004)